Der Schlüsselgeist der Hotel Villa Fira 

Der Schlüsselgeist der Hotel Villa Fira 

Ich war sofort verliebt in es als ich es zum ersten Mal sah. Ein Hotel im viktorianischen Stil erbaut zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit einem fast parkähnlichen Garten, zumindest wenn man etwas Zeit investiert. Das Haus sah aus als stände es um die 10 – 15 Jahre leer. Ein leicht verfallener Eindruck mit guter Substanz und es sah aus, als sei rein gar nichts beschädigt. Was für ein Juwel, dachte ich nur, und es gehört mir? Fragte ich mich immer noch ganz ungläubig. Vor drei Monaten übernahm ich ein Immobilienholding und unsere Evaluierung des Portfolios fokussierte auf die Großimmobilien, so dass dieses Gebäude zwar in den Dokumenten auftauchte, jedoch keinen Einfluss auf meine Investment-Entscheidung hatte und jetzt, als ich es zum ersten Mal sah, war ich einfach nur verliebt. Das Tor zur Anfahrt des Anwesens war mit einer Kette verschlossen und das waren quasi alle Schlüssel die wir zum Haus hatten. Sarah, meine Assistentin und die wahre Seele meines Erfolges beauftrage in weiser Voraussicht einen Schlüsseldienst Basel um uns Eintritt zum Haus zu verschaffen. Sarah, der Schlüsselexperte Namens Alfred und meine Bescheidenheit sind absolut sprachlos über den mächtigen Eindruck des Anwesens als wir durch die gute 200 Meter lange Einfahrt zum Haus gehen. Alfred startete das Gespräch mit der Frage: Sie sind der neue Eigentümer der Fira? – Fira? Fragte ich zurück. – Ja, Fira, ist der Name der Villa. Benannt nach Fira von Stein, der Ehefrau des Erbauers der etwas so andächtiges wie Fira selbst war bauen ließ. Zu Ehren seiner Hochzeit. Zumindest so sagt man.

Wir erreichten die sehr große in dunklem und massivem Holz gehaltene Eingangstür ich würde es schon fast Tor bezeichnen. Als ich zu Alfred sagte. Wir haben keine Schlüssel zum Haus, würden Sie bitte die Türe öffnen? Und ja, ich bin der neue Eigentümer von Villa Fira.

Während Alfred sich am Schloss zu schaffen macht schaute ich mir das Anwesen etwas genauer an. Vor dem Haus befand sich ein großer Brunnen den die Einfahrt komplett umschloss und ausreichend Platz bot um an den rechten und linken Seiten, außerhalb des Brunnens und der Einfahrt Platz für Parklätze zu schaffen. In meinen Gedanken und Zukunftsvisionen gefangen merkte ich nicht wie die Zeit verging und schon war die Tür auf und es erschloss sich eine große Vorhalle mit Rezeption, circa 3-4 Meter hohen Decken, Marmorsäulen und sogar das gesamte Mobiliar war noch vorhanden. „Wow“ sagte ich nur. „Alfred“ wissen Sie weshalb dieses wunderschöne Haus verlassen wurde?“ Alfred schaut mich verblüfft an. „Sie wissen nichts über dieses Haus?“ Mein Kopfschütteln reicht ihm als Antwort und er führt fort. „Das Haus ist verflucht, so sagt man. Gäste hörten ein schreckliches schreien in der Nacht und verschlossene Türen öffneten sich von alleine.“ Ein bisschen respektlos schaue ich ihm in die Augen. „Geister“ sagte ich “Papperlapapp, das wäre das erste Mal in der Welt, dass solche Geschichten echt sind. Und Türen die sich selber aufschlossen? Wir machen hieraus ein top modernes Luxus Hotel mit allem Schnickschnack ohne das Flair dieses Juwels zu verändern. Zuerst brauchen wir ein neues Schloss für das Haupt Tor sowie die Eingangstür. Anschließend werden wir hier alles erneuern alle Schlösser servergesteuert etc. Können sie uns ein Angebot darüber machen?“ – Verblüfft und irgendwie fasziniert schaut mich Alfred an und fragt: „Sind Sie sicher?“ – „Selbstverständlich“ antworte ich. – „Ok“ sagt Alfred. Ich lasse einen Schloss Experten kommen der sich um das antike Schloss kümmert und ich tausche in der Zeit das Eingangsschloss aus.“ – „Hervorragend und schicken Sie mir 10 Ersatzschlüssel in mein Büro und einen nehme ich jetzt mit. Sarah wird alles im Detail mit Ihnen klären.“ Ich reichte Ihm die Hand und verabschiedete mich.
Wow, ich war so motiviert. Kommerzielle Immobilien sind großartig. Aber an das Flair von alten Häusern kommen diese einfach nicht ran. In den vergangenen Jahren war ich zu beschäftig mich um mein Geschäft zu kümmern als das ich Zeit gehabt hätte mich um solche kleinen Projekte zu kümmern. Die Hotel Fira ist jetzt nicht wirklich als klein anzusehen. Es hat 4 Stockwerke, zwei Türme in der Front zwei separate Angestelltenhäuser auf dem Grundstück und eine sehr gute Lage, und dennoch wäre es zu klein für uns als kommerzielles Projekt. Doch für mich privat, wäre es genau wonach ich suchen würde.   

Das gute an Hotels ist, Einbruchschutz ist selten ein wichtiges Thema. Es ist immer 24 Stunden Personal im Haus es ist immer Licht an was einen potentiellen Einbruch erschwert. Normalerweise, ist Sicherheit ein wichtiges Thema in all unseren Büros, aber hier in Hotel Fira beschränkten wir uns auf Hotel-Standards und einen zusätzlichen Polizei Notrufdirekt Schalter, sagen wir lieber mehrere Schalter.
Um so glücklicher war ich, dass die Renovierungen der Zimmer und der Lobby sehr sehr gut voranschritten.
Montags nachmittags ist für mich meist der entspanntest Tag der ganzen Woche und seitdem das Hotel zu meinem persönlichen Projekt wurde bat sich der Montag an mir die Projekt- und Renovierungsfortschritte zu regelmäßig anzuschauen. So auch an diesem Montag. Kaum im Hotel angekommen dauerte es keine 5 Minuten bis ich hörte: „Michael, super dass du da bist lass uns als Erstes in den Keller gehen.“ sagte Ludwig mein Hauptbauleiter mit positiv aufgeregter Stimme. Ludwig ist immer aufgeregt und voll mit kreativen Ideen, weshalb ich sehr glücklich bin ihn hier mit an Bord zu haben aber dieses Mal ist es etwas anderes und so antworte ich: „Hallo Ludwig, super, lass uns direkt gehen. Was gibt es so wichtiges?“ – „Beim Ausmessen des Kellers tauchten falsche Maße auf.“ – „Falsche Maße?“ antwortete ich fragend. – „Ja“ fuhr Ludwig vor „und rate was wir fanden, einen versteckten Tresorraum. Ich rief direkt den Blaser aus Basel an um das Ding zu öffnen und er ist bereits am Werk.“

An Ludwig schätze und immer noch schätze ich besonders seine kreativen Ideen für Details. Sie kosten immer extra, aber genau das ist es was ich hier erreichen möchte, etwas Extravagantes und so überraschte es mich nicht, dass er Herrn Blaser kommen ließ. Er kümmerte sich bereits um unseren Tresor in meinem Schweizer Haus und ist sehr spezialisiert wenn es um spezielle Anlagen ging. Kaum den Keller erreicht und hörten wir unseren Tresorknacker auch schon rufen: „Ludwiiiiig“. – „Wir sind schon hier und Herr Klein ist auch zur richtigen Zeit hier.“ antwortet Ludwig.

Wir beide begrüßten uns beinahe unbedeutend denn wir alle waren gespannt was im Tresor war. Mit im Raum waren auch 2 gut bewaffnete Sicherheitsspezialisten die ebenfalls von Ludwig bestellt wurden für den Fall im Safe ist etwas besonders Wertvolles. Die Spannung war unbeschreiblich als die schwere Tresortür sich langsam öffnet. Dahinter befand sich ein 3x6 Meter langer Raum, voll mit leeren Regalen, leider. Doch es befanden sich auch ein paar Dokumente darin und mal schauen was die beinhalten werden, dachte ich mir.

„Man“ sagte ich mit einem Lächeln, „wäre es nicht toll gewesen wenn wir das Bernsteinzimmer gefunden hätten oder ein paar Goldbarren und Gemälden?“ Es war eine tolle Goldgräberstimmung die nicht wirklich darüber enttäuschte, dass wir keine Juwelen fanden. Während die Dokumente zu meinem Auto gebracht wurden und sich Herr Blaser daran machte unseren Tresor auf zu modernisieren und für uns nutzbar zu machen, fuhr Ludwig fort: „Michael, mit dem Tresorfund kam mir die Idee“ er stutzte kurz „lass uns das Hotel mit den Sicherheitsaspekt Groß-Tresor erweitern. Es gibt hier kaum Hotels mit eigenen Schließfächern in einer high class Sicherheits Facility für Wertgegenständen. Das würde dich komplett von deinen Mitbewerbern abheben. Ich sprach bereits mit Einbruchsschutz und Sicherheit aus München über ein bankähnliches Konzept. Den Tresor haben wir bereits und er ist nach wie vor absolute Top-Klasse. Wir kamen auf die Idee einen Vorraum zu bauen, zusätzlich 3 privat Kabinen und nichts davon tauchen je in irgendwelchen Plänen auf.“
Das ist der Grund weshalb ich für manche Projekte nur mit Ludwig arbeite. Sobald ich den Tresor sah kamen mir dieselben Gedanken und so nickte ich ihm mit den Worten zu: „Perfekt, genauso machen wir es. Haben wir irgendwelche Verzögerungen dadurch?“
Ludwig: „Nein, ich sprach bereits mit den Münchnern, die können in 2 Wochen kommen und wir kombinieren es mit dem exklusiven Weinlager mit elektronischen Sicherheitsschlössern mit Fingerabdrucksensor. So haben wir absolute Kontrolle wer wo welche Tür öffnet kombiniert mit Flaschen Sensoren und alles ist perfekt.“ – „Perfekt,“ antwortete ich „das wird großartig.“ Der Rest des Hauses entwickelte sich ebenfalls angemessen. Alte Häuser sind immer gut für Überraschungen bei Renovierungen zu haben und so plante ich bereits 25 % mehr Zeit und kosten für alles mit ein. Aber alles in allem Ist es und sieht es aus wie eine große Baustelle.  

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